Episode 38: “noch einmal bei 0 anfangen, um weitermachen zu können”

In dieser Episode geht es um die Erkenntnis, dass mancher Umgang mit Traumafolgen den Blick darauf nachhaltig verändern und verzerren kann.
Wir sprechen darüber, was dafür uns bedeutet und wie wir damit umgehen.

Nach etwa 4-5 Minuten gab es eine kleine Unterbrechung der Technik – wir hoffen, dass es nicht allzu sehr rausbringt.

6 comments

  1. Hi, Danke für diese Folge. Kurzer Kommentar. Eurer Einschätzung, dass es im Prinzip drei Ebenen sind, diep Verhalten erklären – Traumafolge – Anpassung und das Selbst- würde ich gerne noch eine Ebene hinzufügen.
    Im Umgang mit traumatisierten Kids erlebe ich immer, dass Verhalten von Außen interpretiert wird und zu Persönlichkeitsmerkmalen umgedeutet wird. Zum Guten und zum Schlechten.
    Das Kind, das Hunger erlebt hat, deshalb nachts auf Sicherungstour geht, wird unweigerlich zum Dieb. Und wenn das Außen den Druck und die Sichtweise nicht verändert, wird es das, da es auf dieses ursprünglich traumainduziertes Verhalten reduziert wird.
    Das Kind, dass zur Sicherung jeden Morgen die Laune der Lehrer überprüfen muss, wird als freundliches Kind wahrgenommen und in diesem Verhalten bestärkt, weil das doch so schön ist. Obwohl jeder Umstehende das Verhalten merkwürdig findet.
    Will sagen, aus dem Traumaverhalten werden Persönlichkeitsmerkmale, deren Ursprung später niemand mehr verstehen kann.

    Und das vor allem, weil die Erwachsenenwelt den Traumahintergrund ausblendet – in meinen Augen vermeidet..

  2. Hallo, danke für die neue Folge! 🙂 Ich bin hängen geblieben bei Hannah, als sie sagt, Fachbücher können doch nicht die Folgen von schlechter Psychotherapie auflisten (aus dem Gedächtnis – sicher nicht wörtlich 🙂 ). Mir ginge es weniger darum, mir ginge es eher um oft gehörte (falsche) Versprechungen von Traumatherapie: Etwa dass bestimmte Imaginationsübungen oder Skillstraining Heilung bringen würden. Mich selbst hat die Tresorübung und der sicheren Ort stark destabilisiert, eine Bekannte von mir hatte 2 Selbstmordversuche binnen weniger Monate über nicht funktionierendem Skillstraining. Ich denke, es wird da zu wenig auf die Grenzen von Methoden hingewiesen und dass es nicht automatisch heißt, dass man einem die Gewalterlebnisse nicht glaubt, nur weil eine bestimmte Imaginationsübung nicht funktioniert.
    Es gab übrigens am 14.2. einen Artikel in der FAZ zu dem Thema.
    Alles Liebe schickt s.

    • Hallo,
      die Frage wäre ja auch, wieviel Zeit dafür freigemacht wird, und werden kann, einen Heilungsbegriff zu etablieren und als Therapieziel zu klären.
      Wenn man mit akuter Suizidalität und/oder massiver PTBS-Symptomatik in eine Therapie geht wird etwas anderes “geheilt” als die zugrunde liegende DIS und ja, manchmal destabilisieren Skills und Übungen, manchmal helfen viele Dinge nicht. Da wäre dann die Frage ob die Hilfe “Heilung” oder “Hilfe beim Hilfe annehmen und integrieren können” oder noch etwas ganz anderes sein kann/soll/muss.
      Schwierig. Und in den Zeitvorgaben kaum so zu klären, wie nötig.

      Viele Grüße

      • … ich denke, so kompliziert müsste man es nicht machen. Hätte man bei mir und bei ihr die falschen Versprechungen weggelassen, wäre der Schaden nur halb so groß gewesen. Ich jedenfalls kenne bisher keine Betroffene, die Skillstraining als Heilung erlebt hat; Betroffene beschreiben es eher als Kompensation verbessern / Zeit hinauszögern, wenn’s ganz schlecht geht, aber keine dauerhafte Heilung / Entlastung. lg s.

        • Dafür sind sind Skilltraining und Entspannungsgedöns doch auch nur da. Achtsamkeit stärken, Selbst_Bewusstsein entwickeln, eigene Kräfte (re)aktivieren.
          Das kann zur Heilung beitragen, aber mehr auch nicht.
          Komisch, dass euch das nicht kommuniziert wurde.

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