Springe zum Inhalt

die Redaktion

rw
Renée W.

Bei der Auswahl des Fotos fürs Selbstportrait wird deutlich, wo das Problem liegt: sichtbar werden wollen als Individuum, das langjährige, komplexe und frühe Gewalt erfahren hat, aufzeigen, was hinter einer Diagnose steckt, aus sich selbst heraus aussprechen, was in Fachbüchern nicht steht. Das alles will ich, wollen wir.
Gesicht zeigen dagegen, immer noch schwierig, erkannt werden, die zur Sicherheit gewählte Anonymität aufgeben, noch immer nicht möglich. Und so ist der Podcast eine Möglichkeit, dem Eigenen eine Stimme zu geben und hörbar für andere zu werden. Zusätzlich haben wir angefangen, Gedanken in einem Blog festzuhalten:" Worttrabant".

 

Ava2Hannah C. Rosenblatt

Wir schreiben seit 2008 in unser "Blog von Vielen", das damals aus dem Wunsch heraus entstanden war, anderen Menschen unser Viele-Sein als etwas verständlich zu machen, das mit spezifischen Er-Lebensrealitäten zu tun hat, die nicht kontextlos passieren.
Unserer Ansicht nach, macht uns das Viele-Sein nicht zu einer besonderen Art von Mensch, schon aber zu einer Art Mensch, die vielleicht manchmal besonders wirkt oder besonders anmutende Bedingungen braucht, um in und mit der Welt leben zu können.

Wir begreifen uns als Person, die behindert wird und verschiedene Diskriminierungen erfährt. So erleben wir politisches Engagement für und auch mit Menschen, die mit den Folgen komplexer Traumatisierungen leben müssen, sowohl als sehr notwendig, als auch für uns sehr verankernd im Leben.

Das Podcast "Viele Sein" ist für uns
- eine Herausforderung
- ein mutiger Schritt
- eine neue Art der Zusammenarbeit mit anderen Menschen

Wir sind froh und dankbar hier partizipieren zu dürfen.

11 Gedanken zu „die Redaktion

  1. sunnyeve

    Hallo ihr Lieben,
    ich höre nun schon seit einiger Zeit euren Podcast, und bin echt begeistert.
    Über einen Vortrag wurde ich mit dem Thema DIS konfrontiert. Ich fand es sehr interessant und wollte gerne mehr über Betroffene erfahren.
    Ich finde euren Podcast gut, da er im Gegensatz zu dem Vortrag (da ging es eher um Entstehung von DIS und was das überhaupt ist) um das Leben im Hier und Jetzt geht.
    Eben habe ich eine alte Folge wo es um den Film Split ging, nachgehört.
    Ich habe den Film gesehen, und fand ihn mit meinem Vorwissen auch nicht so schlimm, da ich wusste, das es fern ab der Realität ist. Ich habe mich einfach gefreut einen Film zu dem Thema zu sehen.
    Einige Stellen fand ich auch sehr gut herausgearbeitet. Das letztlich eine "Persönlichkeit" ein "Monster" sein muss, hat mich dann total geärgert. Die Kinobesucher die sich vorher nicht mit dem Thema befasst haben, denken vermutlich, dass sei total realistisch....
    So versuche ich wenigstens im Kleinen (Freundes- und Familienkreis) etwas Aufklärungsarbeit zu schaffen. Da habt ihr mit eurem Podcast doch schon was erreicht 🙂
    Ich selbst bin nicht betroffen, aber weiterhin sehr interessiert!
    Liebe Grüße und Danke für den Podcast!

    Antworten
  2. Jochen

    Hallo! Ich habe mir gestern die Folge 18 angehört – und fand sie ziemlich gut. Ich wünsche mir aber eine konkrete Folge zum Thema „Verliebtsein, Liebe, Beziehung“. Könntet Ihr da mal was machen?

    Antworten
      1. arkei31

        Könnt ihr mal was zu dem Thema DIS und Soziotherapie machen? Also was wichtig wäre damit Rahmen für stimmt. Aber eben auch was es für Infrastruktur braucht um erfolgreich bzw. sicher ambulant Therapie machen zu können? Wenn das geht,Dankeschön für Ideen was man für sichere ambulante Therapiearbeit braucht.

        Antworten
    1. arkei31

      Oh oh das Thema is voll interessant aba endet hier in Streit manchmal. Deswegen is das besser wenn man das lässt.

      Aber sagen müssen neue Podcastwebsite is toll.

      Antworten
  3. Lisa

    Liebe Hannah, liebe Renée!
    Eure aktuelle Ausgabe des Podcast hat mich dazu bewegt, euch mal zu schreiben. Ich höre eure Gespräche seit ein paar Monaten und freue mich jedes Mal auf neue Folgen. Ich bin nicht Viele, jedenfalls nicht in dem Sinne, in dem ihr es seid. Und doch oder gerade deshalb, werde ich sehr bereichert von den Erfahrungen, die ihr teilt. Ich möchte mich dafür bei euch bedanken.
    Ich habe viel darüber nachgedacht in welcher Form und was ich euch als Feedback geben kann und habe mich letztendlich entschieden, dass ich mich als Zuhörerin ohne DIS nicht in der Position dazu fühle. Das einzige, was ich vielleicht anmerken kann und möchte ist folgendes: Zwar bin ich eigentlich großer Fan von ungeschnittenen Formaten, allerdings kommt es bei euch von Zeit zu Zeit mal vor, dass die Gedanken sehr verkopft werden und mir als Zuhörerin fällt es dann sehr schwer, euch zu folgen. Als hoffentlich konstruktive Kritik möchte ich daher vorschlagen, vielleicht im Voraus der Gespräche zu mindest einen kleinen Leitfaden zu erstellen oder so. Ich bin keine Expertin im Podcasten, aber das ist mir gerade so eingefallen, als eine Sache, die mir manchmal nicht so gutgefällt.
    Ansonsten bin ich wie gesagt beim Hören immer bereichert, oft bezaubert, manchmal überrascht und vor allem immer voller Respekt. Daher nochmal: Danke, danke, danke für eure Arbeit. Falls ich irgendwann mal irgendwas für euch zu eurer Unterstützung tun kann, bin ich gerne dazu bereit.
    Bis dahin wünsche ich euch alles Gute!
    Lisa.

    Antworten
    1. Rosenblatts

      Hallo Lisa
      Danke für deine Nachricht und das Feedback! Damit können wir viel anfangen - mal sehen, ob wir unsere Leitideen anfangs sagen können. Wir haben zwar welche aber landen dann oft doch ganz woanders, weshalb wir's dann oft lassen.
      Aber mal sehen - Wir finden da bestimmt einen Weg. 🙂

      Alles Gute und danke nochmal!

      Antworten
  4. Naemi

    Hallo,
    Ich höre Beuten Podcast hier und da.
    Ich höre gerade die Episode 9 über Routinen.

    Ich habe inzwischen festgestellt bzw. Die Info von innen erhalten, dass der Körper im Autismus-Spektrum geboten wurde. Ich werde dies allerdings noch verifizieren lassen, da ich Selbstzweifel beseitigen muss, auch wenn ich weiß, dass wir uns untereinander nicht belügen. - ich bin froh, zu wissen, dass ich nicht allein mit dieser Kombination bin - wobei ich auf einer Ausstellung für Hilfsmittel, Schulen und andere Hilfsangebote für Menschen im Spektrum sind, gezeigt und vorgestellt wurden. Leider war diese in England, da in Deutschland kaum Wissen über Autismus vorhanden ist. In dieser Ausstellung habe ich einige Menschen gesehen, die ebenfalls diese Kombi aufweisen.

    Hilfreiche Routinen sind „Abendrituale“. Aber auch, wie bestimmte Aufgaben erledigt werden - es gibt eine exakte Reihenfolge, die Fehler verbringen. An der Arbeit nutze ich inzwischen einen visuellen Timer, um die Zeit nicht zu vergessen.

    Hilfreich ist auch, zumindest grob zu planen und zu organisieren, wenn man auf Reisen geht.

    Ein Notfallkoffer, der auch diverse sensorische Dinge enthält, ist ebenfalls hilfreich. Ich habe immer ein Mini-Notfall-Set in meinem Rucksack, das der jeweiligen Situation angepasst ist. Hinzu kommt, dass ich ebenfalls verschiedene Gehörschutze mit mir führe, da ich/wir sehr geräuschempfindlich bin, genauso wie eine Sonnenbrille. Ich trage außerdem verschiedene Dinge mit mir, z. B. Kauketten und -Armbänder bzw. anderes, das auch verschiedene Strukturen hat. Eine Kette zum Rumspielen und ein Reißverschlussarmband. Ich habe auch eine Erinnerungshilfe bei mir mit Dingen, die mir helfen können, mich zu beruhigen.
    Eine Kombi aus sensorischen Dingen und starken Reizen + eine Erinnerungshilfe, was helfen kann ist echt hilfreich. Z. B. Kann visuelle Hilfe helfe dabei helfen kann, visuelle Flashbacks zu übertünchen. Ein Akkupressurball hilft, um sich zurück zu holen, als „starken Reiz“, der keine bleibenden Schäden hinterlässt.
    Ich packe jeden Abend meinen Rucksack für den (Arbeits-)Tag, sodass ich am Morgen nicht im zerstreuten Zustand arbeiten muss und nichts vergessen wird.

    Ich hoffe, ich habe das Thema nicht komplett verfehlt. ☺️

    Antworten
    1. Rosenblatts

      Hallo Naemi, danke, dass ihr euch hier so mitteilt.

      Ich stimme nicht zu dass es in Deutschland kaum Wissen zu/Über Autismus gibt. Würde eher sagen, dass es zu wenige Fachpersonen gibt, die gute Arbeit mit Autist_innen leisten können. Es ist am Ende zwar ein ähnlicher Effekt, aber doch ewas anderes im Grund. 🙂

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.